Tafeln im Landkreis brauchen dringend Hilfe

06. Mai 2015 | Kommunalpolitik

Main-Spessart. Eine Hilferuf der vier Tafeln im Landkreis war der Anlass zu einem Gespräch zwischen SPD-Kreisvorstand und Michael Donath sowie Thomas Damm von der Diakonie Lohr. Donath ist der Projektleiter der Lohrer Tafel und hat den Hilferuf für die Tafeln im Landkreis verfasst. Seit Herbst 2014 beobachten die Tafeln in Lohr, Karlstadt, Gemünden und Marktheidenfeld einen massiven Anstieg des Klientels. Ursache hierfür sind die im Landkreis lebenden Flüchtlinge, die durch eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes nicht mehr Lebensmittelpakete bekommen.

Michael Donath erläuterte dem SPD-Kreisvorstand, dass die Flüchtlinge nunmehr Bargeld zum Lebensunterhalt, vergleichbar mit Hartz IV erhalten. Dies bedeutet für die Tafeln, dass jeder Asylbewerber unter die Einkommensgrenze fällt und damit automatisch ein Anrecht besitzt, von den Tafeln Leistungen zu bekommen. Für die Tafeln ist es aus humanitären und christlichem Selbstverständnis klar, hier helfen zu wollen. Die MSP-Tafeln stoßen dabei aber an ihre finanziellen und logistischen Grenzen.

Kreisvorsitzender Harald Schneider meinte, dass sich diese Situation sicherlich noch weiter verschärfen wird und hier kurzfristig Abhilfe geschaffen werden muss. Aus diesem Grund wird die SPD auch darauf drängen, dass in den entsprechenden Ausschüssen und im Kreistag selbst die Problematik behandelt wird.

Christian Holzemer, zweiter Bürgermeister aus Frammersbach, gab zu verstehen, dass sich viele Kommunen mit den Flüchtlingen allein gelassen fühlen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß, aber die Verwaltung einer kleinen Kommune ist durch den erheblichen Mehraufwand sehr stark gefordert. Dafür wird von Seiten der Regierung keinerlei Ersatz geleistet. Am Beispiel der Lohrer Tafel machte Michael Donath deutlich, dass die Zahl der Asylbewerber seit Herbst 2014 um 98 Personen (58 Erwachsene, 40 Kinder) zugenommen hat und im Sommer in Lohr zwischen 100 und 150 weitere Flüchtlinge erwartet werden. « Wir brauchen dringend mehr Lebensmittel und auch eine bessere Logistik, sonst befürchte ich sozialen Unfrieden, » so Donath. Die Tafeln haben bereits Notfallpläne entwickelt, die aber nur mit mehr Mitarbeitern, mehr Lebensmitteltransporten und eventuell mit einem zweiten Tafelladen in Frammersbach zu lösen. Der SPD im Landkreis ist klar, dass die Kommunen und die Tafeln das letzte Glied in der Kette sind, so Harald Schneider. Pro Tafel wünscht sich Michael Donath 5000.-€ Zuschuss pro Jahr vom Landkreis, beziehungsweise von den Kommunen. Dritter Bürgermeister Dirk Mehrlich aus Partenstein und Christian Holzemer aus Frammersbach sprachen sich für eine Solidaritätsabgabe von Kommunen aus, die bisher keine Flüchtlinge aufgenommen haben. Bisher werden die Tafeln von den Gemeinden Partenstein und Frammersbach mit jeweils 1000.-€, von der Stadt Lohr mit 2500.-€ und von Neuhütten und Wiesthal mit jeweils 500.-€ jährlich unterstützt. Der Landkreis zahlt jeder Tafel bisher 1000.-€ an Unterstützung.

Sven Gottschalk aus Lohr merkte an, dass im Sommer in Lohr nochmals über 100 Flüchtlinge erwartet werden und sich die Situation dadurch weiter verschärfen wird. Vorwürfe würden auch gegen die Regierung von Unterfranken und gegenüber der Landesregierung laut. Die Regierung von Unterfranken teile zwar den Kommunen die Flüchtlingskontingente zu, lasse die Kommunen aber dann vollkommen im Stich.

Monika Poracky aus Gemünden richtete einen Appell an die Bürger des Landkreises. Sie könnten jetzt ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen. Abdurahman Bilican von den Jusos war der Auffassung, dass die Lebensmittelhändler im Landkreis durchaus noch mehr für die Tafeln tun könnten. Noch viel zu viele Lebensmittel wandern immer noch in den Müll. Sie könnten noch sinnvoll genutzt werden.

Thomas Damm von der Tafel in Lohr gab noch zu Bedenken, dass es durchaus Aufgabe der Tafeln ist, auch die Flüchtlinge mit Lebensmitteln zu unterstützen. »Damit haben sie die Möglichkeit an mehr Teilhabe am öffentlichen Leben.

Damit wies er Kritik zurück, dass das ausgezahlte Bargeld vollkommen ausreichend sei.

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